Mit der richtigen Automatisierung und Integration können Jörgen Theander, Product Manager Automation bei AP&T, und sein Team die Leistung ihrer Kunden oft verdoppeln, und zwar mit denselben Pressen, die bereits vorhanden sind.
Mit der richtigen Automatisierung und Integration können Jörgen Theander, Product Manager Automation bei AP&T, und sein Team die Leistung ihrer Kunden oft verdoppeln, und zwar mit denselben Pressen, die bereits vorhanden sind.

Ein fünf­minütiger Still­stand fällt im Moment leicht kaum auf. Tausend fünf­minütige Still­stände zeigen sich jedoch in der Statistik. AP&T führt jetzt ein neues Steuerungs­system ein, bei dem maschinelles Lernen der Linie hilft, ihren eigenen optimalen Rhythmus zu finden – Teil einer umfassenderen Initiative, mit der AP&T Her­steller dabei unter­stützen will, deut­lich mehr aus ihren bestehenden Pressen­linien heraus­zuholen.

Wenn die Konjunktur schwächer wird, lassen sich große Investitionen in neue Pressen­linien nur schwer recht­fertigen. Der Bedarf, die Produktivität zu steigern, ver­schwindet jedoch nicht. Im Gegen­teil. Für viele Her­steller liegt die Ant­wort bereits in der eigenen Fabrik­halle, in Form von Linien, die mit der richtigen Automatisierung und vor allem mit der richtigen Integration erheblich bessere Leistung erbringen können.

„Wir erleben es immer wieder: Kunden, die nicht mehr sehen, wozu ihre bestehenden Linien fähig sind. Mit der richtigen Automatisierung und Integration können wir ihre Leistung jedoch oft ver­doppeln, und zwar mit den­selben Pressen, die bereits vor­handen sind“, sagt Jörgen Theander, Product Manager Automation bei AP&T.

Automatisierung ist der Muskel, Integration ist das Gehirn

AP&T ist seit mehr als 60 Jahren in der Blech­umformung tätig und hat eines der breitesten Automatisierungs­portfolios am Markt ent­wickelt. Die Transfer- und Tandem­lösungen des Unter­nehmens werden in Bereichen von der Press­härtung bis zur Her­stellung von Wärme­tauscher­platten ein­gesetzt. Jörgen Theander legt jedoch Wert darauf, zwischen zwei Dingen zu unter­scheiden.

„Wir sagen meist: Automatisierung ist der Muskel, aber Integration, das ist das Gehirn. Denn dort ent­steht der eigent­liche Wert. Dort stellen wir sicher, dass alle Teile der Linie best­möglich zusammen­arbeiten“, sagt er.

Genau des­halb arbeitet AP&T eng mit seinen Kunden zusammen, oft über mehrere Jahr­zehnte, und ent­wickelt immer Simulationen und Takt­zeit­berechnungen, bevor ein Kunde eine Kauf­entscheidung trifft. Für AP&T geht es darum, Ver­trauen zu schaffen: dem Kunden genau zu zeigen, was er erhält, und diese Ergeb­nisse dann auch zu liefern. Dabei spielt es keine Rolle, von welchem Her­steller die Pressen in der Linie stammen. Unab­hängig vom Her­steller integriert AP&T sie mit seiner Automatisierung und über­nimmt die Gesamt­verantwortung für das gesamte Linien­system und dessen Leistung.

Kein Verkauf von der Stange

„Wir sind keine Katalog­verkäufer. Wir definieren die Heraus­forderung gemein­sam mit unserem Kunden. Auf Basis unserer bewährten, standardisierten Premium-Ausrüstung ent­wickeln wir anschließend eine Lösung, die daran angepasst und darauf zugeschnitten ist, wie der Kunde seine Produktion gestalten möchte“, sagt Jörgen Theander.

Dieser Ansatz unter­scheidet sich von vielen Integratoren am Markt, die häufig darauf fokussiert sind, eine bestimmte Auf­gabe im Produktions­prozess zu lösen. Dokumentation, Service und lang­fristige Unter­stützung können dadurch stark variieren. AP&T über­nimmt statt­dessen eine Gesamt­verantwortung, die weit über den Zeit­punkt hinausgeht, an dem alles installiert ist.

Jörgen Theander beschreibt den ersten Schritt mit einem neuen Kunden als „einen Rund­gang durch die Fabrik“.

„Wir betrachten das Gesamt­bild, schauen uns an, wie viel Bestand vor­handen ist, wie der Produktions­fluss aus­sieht, und identifizieren die Engpässe. Wenn sich der Material­fluss zwischen den Stationen ver­zögert, ist das ein klares Zeichen dafür, dass die Produktion nicht optimal integriert ist. In solchen Fällen ent­wickeln wir Lösungen, die gebundenes Kapital reduzieren und den Durch­satz erhöhen und damit die Wirtschaft­lich­keit unserer Kunden nach­haltig ver­bessern.

Ein Steuerungs­system, das selbst­ständig lernt

Eine wichtige technische Ent­wicklung ist das neue Steuerungs­system, das AP&T der­zeit für seine Automatisierung implementiert. Das System bietet Kapazität für dynamischere Funktionen und erweiterte produktions­technische Möglich­keiten. Vor allem wird es jedoch in der Lage sein, den eigenen Zyklus mit­hilfe von maschinellem Lernen zu optimieren, indem das System jeden Zyklus validiert und sicherstellt, dass die Maschine dort schnell läuft, wo sie schnell laufen soll, und dort lang­samer, wo dies am besten ist. Auf diese Weise werden Ver­schleiß und Still­stands­zeiten reduziert, während die Zuverlässig­keit steigt.

„Für unsere Kunden geht es darum, Kosten zu reduzieren und gebundenes Kapital zu minimieren. Bei der aktuellen wirt­schaftlichen Lage muss die Produktion intelligenter werden, nicht nur schneller“, sagt Jörgen Theander.

Ein Teil davon ist das, was Jörgen Theander als „Systemdenken“ bezeichnet, bei dem AP&T die ganz­heitliche Perspektive großer Linien­systeme auch in kleinere Lösungen einbringt. Mit klarer Struktur, durch­dachter Logik und einem detaillierten Über­blick macht es das Unter­nehmen dem Bediener leicht, sich in das Geschehen in der Linie ein­zuarbeiten und zu erkennen, was angepasst werden muss, um die Produktion zu ver­bessern.

Halbierte Takt­zeiten mit bestehenden Pressen

Wie groß die Wirkung der richtigen Automatisierung und Integration sein kann, zeigt das Bei­spiel PVI Esskå, eines Zulieferers der schwedischen Automobil­industrie. Das Unter­nehmen behielt seine bestehenden hydraulischen Pressen, ließ AP&T jedoch die Steuerungs­systeme der Pressen ersetzen und neue Automatisierungs­ausrüstung installieren. Dadurch wurden die Takt­zeiten halbiert und die Produktions­kapazität um rund 500 Stunden pro Jahr erhöht.

Ein wichtiger Bestand­teil der Arbeits­weise von AP&T ist der Fokus auf Benutzer­freundlich­keit und auf die Minimierung von Mikro­stopps, also kleinen Unter­brechungen, die für sich genommen unbedeutend erscheinen, in Summe jedoch einen erheblichen Anteil der Produktions­zeit aus­machen. Auch wenn die Aus­rüstung von AP&T in der Anschaffung teil­weise höher­preisig ist als einige Alternativen, hält Jörgen Theander dies für eine viel zu enge Ver­gleichsweise.

„Wenn man die Gesamt­betriebs­kosten betrachtet, liegen wir deut­lich niedriger, weil unsere Lösungen durch­dacht und effizient sind. Es geht um Abwägungen, darum, die richtigen Maschinen ein­zusetzen und die richtigen Lösungen auf­zubauen, nicht nur darum, die günstigste Option zu kaufen“, sagt er.

Großes Potenzial in Europa und den USA

AP&T sieht großes Potenzial in Europa, vor allem aber in den USA, wo viele Her­steller noch mit manuellen oder halb­automatisierten Prozessen und vielen menschlichen Über­gaben arbeiten. Auch Her­steller mit geringeren Produktions­volumina zählen zu den Segmenten, die von den Lösungen von AP&T profitieren können, da das Automatisierungs­konzept unabhängig von der Produktions­größe kosten­effizient ver­packt werden kann. Unter den Branchen nennt AP&T die Haus­geräte­industrie als einen Bereich, in dem Her­steller ihr volles Produktions­potenzial noch nicht aus­geschöpft haben.

„Das ist Teil unseres Ver­sprechens als One Responsible Partner. Wie auch immer die Lösung aus­sieht, wir lassen unseren Kunden niemals allein. Wir stellen sicher, dass das, was wir liefern, wirk­lich erfüllt, was wir ver­sprochen haben. Das ist das Wichtigste über­haupt“, sagt Jörgen Theander.
 

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