Peter Karlsson, Key Account and Area Sales Manager bei AP&T, mit Dipak Patil, Werksleiter bei ALF Engineering, das nun seine zweite Presshärtelinie von AP&T bestellt hat.
Peter Karlsson, Key Account and Area Sales Manager bei AP&T, mit Dipak Patil, Werksleiter bei ALF Engineering, das nun seine zweite Presshärtelinie von AP&T bestellt hat.

Nur wenige Jahre nach dem ersten Auftrag hat ALF Engineering in Indien in Zusammen­arbeit mit ISGEC eine weitere komplette Presshärte­linie von AP&T bestellt. Der rasche Folge­auftrag spiegelt das starke Wachstum des Presshärtens auf dem indischen Markt wider, angetrieben durch steigende Anforderungen an die Crash­sicherheit und eine Pkw-Industrie, die in den kommenden Jahren voraus­sichtlich um bis zu 65 Prozent wachsen wird.

Die erste Presshärte­linie von AP&T wurde 2023 bei ALF Engineering in Betrieb genommen. Seitdem ist das Unternehmen zu einem „geschätzten Partner“ von Mahindra & Mahindra geworden, einem der größten Automobil­hersteller Indiens, der auf dem indischen Markt vom vierten auf den zweiten Platz vorgerückt ist. ALF hat nun seine zweite Linie bestellt, deren Lieferung für Juni 2026 geplant ist, und erweitert außerdem sein Werk, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen.

„Das ist eine echte Erfolgs­geschichte. ALF hat die zweite Linie bei uns bestellt, noch bevor die erste vollständig in Produktion war. Das sagt viel über ihr Vertrauen in unsere Fähigkeiten und unsere Partner­schaft aus“, sagt Peter Karlsson, Key Account and Area Sales Manager bei AP&T.

Mit zwei Linien in Betrieb wird ALF seine Kapazität verdoppeln, voraus­sichtlich aber dennoch bereits Anfang 2028 vollständig ausgelastet sein. Daher hören die Pläne dort nicht auf. ALF spricht bereits über eine dritte Linie, und eine vierte dürfte nicht weit dahinterliegen.

„Wenn ALF innerhalb eines angemessenen Zeitraums die dritte Linie kauft, wird das Unternehmen zu einem der größten Zulieferer press­gehärteter Bauteile in Indien. Das ist enorm“, sagt Peter Karlsson.

„Entwickelt in Schweden, gebaut in Indien“

Die neue Linie ist eine Kopie der ersten, jedoch mit einem ent­scheidenden Unterschied. Beim ersten Auftrag, der von der Pandemie beeinflusst wurde, konnte AP&Ts Partner ISGEC seine Mitarbeiter nicht zur Schulung nach Schweden schicken. Stattdessen wurden kritische Komponenten nach Indien geliefert, und ISGEC übernahm das Steuerungssystem. Dieses Mal ist alles vollständig synchronisiert. Die Presse wird von AP&T entwickelt und von ISGEC in Indien gefertigt, vollständig von AP&T validiert und im Einklang mit Indiens Initiative „Make in India“. Auch das Steuerungs­system und die Hydraulik werden von AP&T entwickelt, jedoch in Schweden gefertigt und anschließend von ISGEC vor Ort montiert. AP&T wird die Presse zunächst bei ISGEC in Yamunanagar in Betrieb nehmen und später die gesamte Linie beim Kunden in Betrieb nehmen und testfahren.

„Das gesamte Know-how rund um die Linie und das Presshärten kommt diesmal von AP&T. Ganz nach dem Prinzip‚ entwickelt in Schweden, gebaut in Indien‘. Diese Linie wird also schneller und vollständig synchronisiert sein, und ich wage zu behaupten, dass ALF im Vergleich zur ersten einen großen Unterschied bemerken wird“, sagt Peter Karlsson.

Wie zuvor hat sich ALF für einen Ofen von Benteler entschieden, und AP&T ist als One Responsible Partner® für die Integration der gesamten Linie verantwortlich. Zusätzlich zur Produktionslinie selbst hat AP&T mit ALF auch eine Vereinbarung über den Wissenstransfer im Werkzeug­design geschlossen, einem Bereich, in dem es in Indien derzeit an kompetenten Zulieferern mangelt. ALF hat nun die Möglichkeit, eigene Kapazitäten in diesem Bereich aufzubauen.

Ein Markt, der sich schnell entwickelt  

Der zweite Auftrag von ALF ist Teil eines größeren Trends. Indien produziert derzeit rund 4,5 bis 5 Millionen Pkw pro Jahr und ist damit der viertgrößte Automobil­markt der Welt, mit dem Ziel, bis 2030 den dritten Platz zu erreichen. Gleichzeitig verändern sich die Rahmen­bedingungen rasant. Große Autobahn­projekte erhöhen die Fahr­geschwindigkeiten, und eine junge Bevölkerung stellt höhere Anforderungen an die Crash­sicherheit. Zusammen treiben diese Faktoren die Nachfrage nach press­gehärteten Karosserie­bauteilen an, die stärker und leichter sind als konventionelle Lösungen.

Indische Automobil­hersteller überarbeiten nun ihre Fahrzeuge, um press­gehärtete Bauteile in allen Modellen einzusetzen. 

„Investitionen in die Automobil­industrie stagnieren weltweit nahezu, außer in Indien, wo die Anforderungen an die Crash­sicherheit kontinuierlich steigen. Wenn die Automobil­hersteller nun den Übergang zum Presshärten planen, wird die Nachfrage nach Presshärte­linien regelrecht explodieren“, sagt Peter Karlsson.

Und AP&T hat diesen Trend bereits bemerkt. In den Jahren 2025 und 2026 hat das Unternehmen mehrere neue Kunden in Indien gewonnen, und zahlreiche Linien werden 2026 installiert. Viele dieser Kunden sind Familienunternehmen, bei denen Vertrauen und langfristige Beziehungen entscheidend sind. Unternehmen, die derzeit nicht über Presshärte­kapazitäten verfügen, haben es zunehmend schwer, Aufträge von Automobil­herstellern zu erhalten. Durch die Zusammenarbeit mit ISGEC hat AP&T ein starkes Vertrauen im indischen Markt aufgebaut.

„Jeder Kunde, mit dem ich spreche, sagt, dass AP&T der Name ist, der fällt, wenn über Presshärten gesprochen wird. Und wenn sie mit verschiedenen OEMs in Indien über Presshärten sprechen, wird AP&T immer genannt!“, sagt Peter Karlsson.
 

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